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Die Sachmittelbeiträge sind seit längerem unser Top‐Thema. Die Studierendenvertretung der FH Salzburg fordert die Abschaffung dieser Gebühren, hat aber bisher leider so gut wie nichts erreicht. Die Facts: Jede/r Studierende an der FH Salzburg zahlt pro Studienjahr € 115.‐ an die FH Salzburg – egal, ob nur noch die Diplomprüfung ansteht oder gerade ein Austauschsemester am Programm steht.
Laut Angabe der Geschäftsführung wird der Sachmittelbeitrag für folgende Zwecke verwendet (Stand Sommersemester 2006):
- 39% Internetanbindung und Wartung
- 22% Lehrmaterialien
- 21% Exkursionen
- 6% Datenbanken Mitgliedschaft
- 5 % Versicherung
- 4% Unibibliothek Mitbenutzung
- 3% Studentenkarte
Mit Wintersemester 2006/07 schien plötzlich eine andere Auflistung in den Verträgen auf:
Das FH‐Gesetz wird den Erhaltern die Einhebung der Studiengebühren parallel zu den Universitäten gestattet; ein Sachmittelbeitrag wird nicht einmal erwähnt und stammt aus einer Zeit, wo noch keine Studiengebühren eingehoben wurden.
Der Fachhochschulrat, die offizielle Akkreditierungsstelle für alle Fachhochschulen Österreichs, hat dazu Folgendes auf seiner Homepage veröffentlicht: Der Fachhochschulrat hat sich in der 96. Vollversammlung am 31.3./1.4.2006 mit der Frage der Einhebung von pauschalierten Materialkosten durch die Erhalter befasst. Die Einhebung von solchen Materialkostenbeiträgen, deren Verwendungszweck unklar ist, stammt historisch betrachtet aus einer Zeit, als die Einhebung von Studienbeiträgen noch nicht möglich war. Da die Einhebung von Materialkostenbeträgen im Fachhochschul‐Studiengesetz nicht vorgesehen ist und zudem den Anschein einer verdeckten Erhöhung der Studienbeiträge erweckt, hat der FHR den folgenden Beschluss gefasst:
- Die Einhebung von Kostenbeiträgen für Materialien, Sachmittel und sonstige Serviceleistungen, die den laufenden, regulären Betrieb eines Studienganges betreffen ist unzulässig. Zur Bedeckung dieser Kosten sind die Studienbeiträge zu verwenden. Darüber hinaus gehende, tatsächlich anfallende Kosten sind individuell zwischen Erhalter und Studierenden zu verrechnen.
Zu den nicht verrechenbaren Materialien, Sachmitteln und sonstigen Serviceleistungen, die den laufenden, regulären Betrieb eines Studienganges betreffen, sind etwa die folgenden zu zählen:
- Bereitstellung, Instandhaltung und Wartung von Infrastruktur (IT, Labors, Lehrmittelausstattung, etc.),
- Internetanbindung,
- Datenbank‐Mitgliedschaften,
- Nutzung von Bibliotheken,
- Einzelkopien (Handouts, etc.),
- etc.
- Darüber hinausgehende und individuell zwischen Erhalter und Studierenden zu verrechnende Materialien, Sachmittel und sonstige Serviceleistungen betreffen beispielsweise die Durchführung von Exkursionen, die Bereitstellung von Lehr‐ und Lernmaterialien wie etwa Bücher oder buchähnliche Skripten oder außerordentlichen Kopieraufwand.
Hinweis:
Diese Regelung des Fachhochschulrates hat für die Erhalter formalrechtlich keine Verbindlichkeit. Falls die Einhebung von Materialkosten im Ausbildungsvertrag vorgesehen ist, besteht nur die Möglichkeit einer zivilrechtlichen Klage.“
(http://www.fhr.ac.at/fhr_inhalt/03_studium/studienbeitraege.htm, abgerufen am 21.9.2007)
An den meisten Fachhochschulen gibt es natürlich keine Sachmittelbeiträge, da man sich an die
Richtlinien des FHR halten möchte und andere Wege der Finanzierung gefunden hat (Kärnten,
Burgenland, Wr. Neustadt, Krems, Oberösterreich, Steiermark, Innsbruck, Kufstein, Dornbirn, Wien
BFI, Lauder Wien, Landesverteidigung Wien); in den Bundesländern Oberösterreich, Burgenland und
Steiermark und an der FH für Landesverteidigung wird zusätzlich von den Erhaltern auf die Einhebung
der Studienbeiträge verzichtet.
Nur an folgenden FH´s in Österreich werden Sachmittelbeiträge kassiert: St. Pölten, Technikum Wien,
FH Campus Wien, FH Wiener Wirtschaft und bei uns in Salzburg. In St. Pölten und an der FH der
Wiener Wirtschaft wurde der Sachmittelbeitrag in der Zwischenzeit abgeschafft. An den übrigen 3
Standorten wir ein erheblich geringerer Sachmittelbeitrag kassiert, der vor allem hauptsächlich nach
wirklichem Aufwand und nicht pauschal verrechnet wird.
Die Fachhochschule Salzburg ist somit die für die Studierenden mit Abstand teuerste
Ausbildungsstätte in Österreichs Fachhochschullandschaft.
Argumente seitens unserer FH, daß wir einen besonders hohen Servicecharakter für Studierende
hätten, können wir nicht nachvollziehen, da wir nicht annehmen, daß den anderen FH‐
Studiengängen, die darauf verzichten, die Studierenden zur Kasse zu bitten, dieses Service fehlt.
Die Studierendenvertretung der FH Salzburg versteht, daß (scheinbar auch wegen mangelnder
finanzieller Zuwendung der öffentlichen Hand) die Finanzsituation es möglicherweise notwendig
macht, zusätzliche Einnahmen zu den im FH Gesetz vorgesehenen Studiengebühren zu lukrieren,
allerdings sehen wir es als ausgesprochen falsch an, hier die Studierenden kräftig zur Kasse zu bitten.
Auch wenn der Fachhochschulrat bei der Finanzierung den FH´s scheinbar keine Vorschriften machen
kann, denken wir doch, daß wir DIE Stelle in Österreich, die für die Akkreditierung unserer
Studiengänge zuständige Stelle entsprechend ernst nehmen sollten und ihre Empfehlungen bezüglich
Sachmittelbeiträgen umsetzen sollten.
Für nähere Informationen stehen wir gerne via Email oder zu den Öffnungszeiten zur
Verfügung.
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